• Fachbeitrag

Bei der Umsetzung besteht Nachholbedarf

Gesundheitsförderung hat im deutschen Mittelstand einen hohen Stellenwert, doch bei der systematischen Umsetzung besteht Nachholbedarf. Das zeigt die aktuelle Barmer-Studie „Gesunde Arbeit. Anspruch und Wirklichkeit im Mittelstand“, für die 550 Führungskräfte befragt wurden. Demnach betrachten 94 Prozent die Gesundheit ihrer Mitarbeiter als wichtigen Erfolgsfaktor. Damit liegt sie deutlich vor Innovation und Nachhaltigkeit.

Barmer-Studie zur Gesundheitsförderung

Viele Betriebe setzen bereits einzelne Maßnahmen um. Besonders verbreitet sind kostenlose Getränke (79 Prozent), ergonomische Arbeitsplatzgestaltung (63 Prozent) und Bewegungsangebote (62 Prozent). Dabei reicht das Spektrum ergonomischer Maßnahmen von individuell angepassten Büromöbeln bis zur gesundheitsgerechten Gestaltung körperlich belastender Arbeitsplätze. Ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement ist dagegen seltener etabliert. Lediglich 29 Prozent nutzen Gesundheitsberichte zur Auswertung. Damit fehlt vielen Betrieben eine wichtige Grundlage, um gesundheitliche Belastungen gezielt zu erkennen und Maßnahmen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Als größtes Hindernis gilt fehlende Zeit. Entscheidend für die Umsetzung sind laut Studie vor allem die Haltung und das Engagement der Führungskräfte. Unternehmen, die Gesundheit als gemeinsame Verantwortung verstehen, setzen häufiger entsprechende Maßnahmen um. Die Erfahrungen fallen überwiegend positiv aus: 59 Prozent der Unternehmen mit Gesundheitsangeboten berichten von einem besseren Betriebsklima, 56 Prozent von höherer Arbeitszufriedenheit. Bei 31 Prozent haben sich die Fehlzeiten reduziert. Gleichzeitig nennen 41 Prozent Mehrkosten und 35 Prozent zusätzlichen Verwaltungsaufwand.

Text: Daniel Faust/Quelle: Barmer