- Fachbeitrag
Ein Überblick zu den Vortragsthemen auf der Messe
Arbeitsschutz Aktuell vom 20. bis 22. Oktober in Stuttgart
Die Arbeitswelt verändert sich und mit ihr die Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Ergonomie. Technische Assistenzsysteme, Sensorik und künstliche Intelligenz eröffnen neue Möglichkeiten für Prävention und Gefährdungsbeurteilung. Gleichzeitig rücken psychische Belastungen und eine gesundheitsgerechte Arbeitsorganisation stärker in den Fokus. Diese Entwicklungen greift die Arbeitsschutz Aktuell in ihrem Fachprogramm auf. Eine zentrale Plattform ist die Expo Stage. Während der drei Messetage stehen dort kompakte Impulsvorträge auf dem Programm. Die meist rund 20-minütigen Beiträge greifen aktuelle Entwicklungen auf und sollen konkrete Anregungen für die betriebliche Praxis liefern. Zu den Themen gehören Mensch und Maschine, autonome Systeme, Resilienz und mentale Gesundheit sowie Nachhaltigkeit.
Neue Technologien für den Arbeitsschutz
Für Besucher aus dem Ergonomieumfeld ist insbesondere die Verbindung von klassischem Arbeitsschutz und neuen Technologien interessant. Wearables und Sensorik können eingesetzt werden, um Belastungen und kritische Situationen frühzeitig zu erkennen. Smarte Helme, Westen, Uhren oder Exoskelette erfassen je nach System physiologische, bewegungsbezogene oder umgebungsbezogene Daten. Exoskelette können Beschäftigte beispielsweise bei Hebe-, Trage- oder Überkopfarbeiten unterstützen. Bei wiederkehrenden Bewegungsabläufen oder statischen Belastungen sollen sie bestimmte Körperregionen entlasten. Gleichzeitig stellen sich Fragen nach der Auswahl des geeigneten Systems, der Integration in Arbeitsabläufe und möglichen Belastungsverlagerungen. Auch künstliche Intelligenz, Robotik und automatisierte Systeme spielen im Programm eine Rolle. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Mensch und Maschine sicher zusammenarbeiten können. Automatisierung kann schwere oder monotone Tätigkeiten reduzieren, stellt Unternehmen aber zugleich vor neue ergonomische Herausforderungen. Bedienbarkeit, Akzeptanz, Qualifikation und eine eindeutige Aufgabenverteilung zwischen Mensch und Technik werden zu wichtigen Faktoren menschengerechter Arbeitsgestaltung.
Gefahrstofftag mit Experten
Besonders konkret wird das Fachprogramm beim Gefahrstoffmanagement. Am 20. Oktober findet von 9 bis 15 Uhr der Gefahrstofftag von Denios statt. Tobias Dankert von der Aru Ingenieurgesellschaft beschäftigt sich mit der AwSV und dem Wasserhaushaltsgesetz in der betrieblichen Praxis. Im Mittelpunkt stehen Genehmigungen, Anzeigepflichten, prüfpflichtige Anlagen, der Stand der Technik sowie die Vorbereitung auf behördliche Kontrollen. Dipl.-Ing. Jens-Christian Voss, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Voss, widmet sich der Frage, wie Arbeitssicherheit erfolgreich in Unternehmen integriert werden kann. Er behandelt Kennzahlen, Best-Practice-Ansätze aus der Industrie, Maßnahmen mit hohem praktischem Nutzen sowie Dokumentation und Wirksamkeitskontrolle. Ein Thema, das in vielen Betrieben zunehmend an Bedeutung gewinnt, greift Marie Isabelle Grote von Denios auf. Ihr Beitrag beschäftigt sich mit dem sicheren Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien. Behandelt werden technische Grundlagen, typische Schadensfälle, rechtliche Vorgaben, Möglichkeiten der Gefahrenabwehr und konkrete Lösungskonzepte. Durch die zunehmende Verbreitung leistungsfähiger Akkus in Werkzeugen, Maschinen und Fahrzeugen verändern sich die Anforderungen an Lagerung, Laden und Brandschutz.
Gefahrstoffe richtig lagern
Ein weiteres Seminar widmet sich der sicheren Lagerung von Gefahrstoffen. Auf dem Programm stehen rechtliche Rahmenbedingungen wie REACH und CLP beziehungsweise GHS sowie die Gefährdungsbeurteilung. Darüber hinaus geht es um die Frage, wann eine zentrale oder dezentrale Lagerung sinnvoll ist und welche Regeln bei der Zusammenlagerung von Gefahrstoffen und Druckgasen zu beachten sind. Als Experte ist unter anderem Dominik Reuter von Asecos angekündigt. Reuter verfügt über langjährige Erfahrung in der Chemikalienhandhabung und -lagerung. Als Mitbegründer der „Asecos Academy“ hat er bereits mehrere hundert Fachvorträge gehalten.
Psychische Gesundheit im Blick
Neben technischen Gefährdungen richtet sich das Programm auf psychische Gesundheit und Resilienz. Zeitdruck, hohe Informationsdichte, Unterbrechungen, permanente Erreichbarkeit und organisatorische Veränderungen können Beschäftigte ebenso belasten wie körperlich ungünstige Arbeitsbedingungen. Der Zugang zur Expo Stage ist durch den Erwerb eines regulären Messetickets möglich.
Text: Daniel Faust/Quelle: Arbeitsschutz Aktuell




