• Fachbeitrag

Ergonomische Büroarbeitsplätze ermöglichen Dynamik

Langes Sitzen prägt den Arbeitsalltag vieler Menschen in Büros aller Branchen. Das kann auf Dauer zu körperlichen Beschwerden und sinkender Leistungsfähigkeit führen. Mehr Bewegung am Arbeitsplatz ist deshalb kein kurzfristiger Trend, sondern ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Büroalltags. Dynamisches Sitzen, regelmäßige Positionswechsel und aktive Pausen helfen dabei, den Körper zu entlasten. Gleichzeitig können kurze Bewegungseinheiten neue Energie geben und die Konzentration fördern.

Foto: Sedus

Gesund und leistungsfähig durch mehr Bewegung im Büroalltag

Warum Bewegung am Arbeitsplatz so wichtig ist
Unser Körper ist auf Bewegung ausgelegt – nicht darauf, über viele Stunden nahezu unbewegt vor einem Bildschirm zu sitzen. Eine dauerhaft statische Sitzhaltung kann Verspannungen und Rückenbeschwerden begünstigen. Auch Nacken und Schultern werden häufig belastet, wenn die Haltung über längere Zeit unverändert bleibt. Gleichzeitig kann Bewegungsmangel dazu führen, dass man sich müde und weniger aufmerksam fühlt. Mehr Bewegung am Arbeitsplatz schafft hier einen wichtigen Ausgleich. Schon kleine Veränderungen können helfen, die Muskulatur regelmäßig zu aktivieren und die Durchblutung anzuregen. Auch kurze Unterbrechungen können dabei unterstützen, den Kopf freizubekommen und anschließend konzentrierter weiterzuarbeiten.

Dynamisches Sitzen: Bewegung trotz Schreibtischarbeit
Ein wichtiger Ansatz ist dynamisches Sitzen. Dabei wird die Körperhaltung regelmäßig verändert, anstatt über längere Zeit starr in derselben Position zu bleiben. Häufige Positionswechsel und das bewusste Verlagern des Körpergewichts bringen mehr Bewegung in den Arbeitsalltag. Ergonomische Bürostühle mit beweglicher Sitzfläche können diesen Wechsel unterstützen. Ebenso sinnvoll ist es, Sitzpositionen bewusst zu verändern und zwischendurch aufzustehen. Höhenverstellbare Schreibtische ermöglichen den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen. Telefonate, kurze Abstimmungen oder bestimmte Aufgaben lassen sich häufig problemlos im Stehen erledigen. Dynamisches Sitzen ersetzt allerdings keine Bewegungspausen. Es geht vielmehr darum, eine starre Körperhaltung zu vermeiden und die Belastung während der Schreibtischarbeit abwechslungsreicher zu gestalten.

Aktive Pausen im Büro: kleine Bewegung, große Wirkung
Neben dynamischem Sitzen spielen aktive Pausen eine wichtige Rolle. Eine aktive Pause bedeutet, die Arbeit für kurze Zeit bewusst zu unterbrechen und den Körper zu bewegen. Dafür braucht es weder viel Platz noch besondere Sportgeräte. Schon wenige Minuten können ausreichen. Eine kurze Dehnung von Nacken, Schultern und Rücken kann nach längerer Bildschirmarbeit wohltuend sein. Auch ein Spaziergang durch das Büro oder an die frische Luft bringt Bewegung in den Tagesablauf. Treppensteigen statt Aufzugfahren oder einfache Mobilisationsübungen sind weitere Möglichkeiten. Besonders sinnvoll sind aktive Pausen, wenn sie regelmäßig stattfinden. Ein kurzer Bewegungsimpuls zwischen zwei Aufgaben bringt Abwechslung in den Arbeitstag und schafft zugleich eine mentale Unterbrechung. Auch Besprechungen bieten Potenzial: Kurze Abstimmungen können beispielsweise im Stehen stattfinden.

Bewegung als Teil moderner Arbeitskultur
„Unternehmen können ebenfalls dazu beitragen, Bewegung im Büro selbstverständlich zu machen“, so Yvonne Schmeisser vom Objekteinrichter Herbert Schmeisser GmbH in Ludwigsburg. „Höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Sitzlösungen und flexible Arbeitsbereiche schaffen gute Voraussetzungen für einen aktiveren Arbeitsalltag“. Freie Flächen können zudem für kurze Übungen oder spontane Bewegung genutzt werden. Auch die Unternehmenskultur spielt eine wichtige Rolle. Wenn kurze Bewegungspausen ausdrücklich unterstützt werden, fällt es Mitarbeitenden leichter, diese in den Arbeitsalltag zu integrieren. Führungskräfte können mit gutem Beispiel vorangehen und beispielsweise Besprechungen im Stehen durchführen oder selbst Bewegungspausen einplanen. Dabei muss Bewegung nicht als zusätzliches Programm verstanden werden. Ein Telefonat im Stehen, der Weg zum Kollegen statt einer Nachricht oder ein kurzer Gang ins Freie können bereits für mehr Aktivität sorgen.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Mehr Bewegung am Arbeitsplatz entsteht durch die Summe vieler kleiner Bewegungsimpulse. Wer regelmäßig die Sitzposition verändert, zwischen Sitzen und Stehen wechselt und aktive Pausen einlegt, bringt mehr Abwechslung in den Büroalltag. Dynamisches Sitzen und aktive Pausen ergänzen sich dabei sinnvoll. Beide helfen, lange Phasen in einer starren Position zu unterbrechen und Bewegung selbstverständlich in den Arbeitstag zu integrieren. Ergonomische Ausstattung und eine Unternehmenskultur, die Bewegung unterstützt, schaffen dafür die passenden Rahmenbedingungen.
Ein bewegter Büroalltag muss weder kompliziert noch zeitaufwendig sein. Schon kleine Veränderungen können dabei helfen, den Körper zu aktivieren und den Kopf zwischendurch freizubekommen. So wird Bewegung zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Arbeitstags – und das Büro zu einem Arbeitsumfeld, in dem Aktivität und Erholung ihren festen Platz haben. Eine moderne, gesunde Arbeitsumgebung macht Unternehmen für neue Mitarbeiter attraktiver, wirkt wertschätzend und steigert somit die Loyalität sowie die Produktivität. Ebenso ist sie für viele Firmen ein immer wichtiger werdender Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und ein starker Imagefaktor.

Text: Manuel Schmiedecke, Quelle: Herbert Schmeisser GmbH