• Fachbeitrag

Multinorm-Schutzkleidung mit einem Wohlfühlfaktor

Bei der Pfalzwerke Netz AG hat der Arbeitsschutz seit jeher einen hohen Stellenwert. Um den Mitarbeitenden bestmöglichen Schutz und Tragekomfort zu bieten, sondiert die Fachgruppe Arbeitssicherheit und Umweltschutz das Marktangebot an PSA unter Berücksichtigung neuer Normen und Regelwerke kontinuierlich. Wenn es Gefährdungsanalysen und gesetzliche Änderungen nicht früher erfordern, wird die Schutzkleidung bei der Pfalzwerke Netz AG spätestens alle fünf bis sieben Jahre ausgetauscht. Dabei fiel die Wahl vor kurzem auf die Multinorm-Kollektion Kübler Protectiq.

Fotos: Pfalzwerke / Kübler

Kübler Protectiq im Einsatz bei Pfalzwerke Netz AG

Für die etwa 250 Techniker und Monteure bei der Pfalzwerke Netz AG ist das Tragen von Multinorm-Schutzbekleidung ein Muss. „Die Mitarbeiter sind naturgemäß hohen Gefährdungen ausgesetzt. Dementsprechend wollen wir sie optimal gegen Störlichtbogen, Stichflammen und elektrostatische Aufladung geschützt wissen“, erklärt Bernhard Deutschel, leitende Sicherheitsfachkraft und PSA Experte, und verweist auf die besonders risikoreichen Tätigkeiten wie Schalthandlungen und Austausch von Betriebsmitteln in allen Spannungsebenen sowie und das Arbeiten unter Spannung. Zu den zentralen Aufgaben der Pfalzwerke Netz AG als Stromnetzbetreiber gehören Netz- und Anlageninstandhaltung auch der Bau von Trafostationen, womit häufig Mast- und Dacharbeiten verbunden sind. „Neben den Schutzfunktionen legen wir großen Wert darauf, dass die Kleidung vor allem in Zwangshaltungen ausreichend Bewegungsfreiheit bietet und mechanisch hoch beanspruchbar ist“, nennt Deutschel weitere zentrale Anforderungen. Wichtig sei außerdem die Industriewäschetauglichkeit und die Sicherstellung der Schutzeigenschaften über viele Waschzyklen hinweg als Voraussetzung für eine möglichst lange Nutzungsdauer.

Mehrstufiger Beschaffungsprozess
Die Beschaffung von Arbeitskleidung ist bei der Pfalzwerke Netz AG ein klar strukturierter Prozess: Das Team Arbeitskreis Arbeitskleidung übernimmt die Vorauswahl der Arbeitskleidung und beschafft die notwendigen Unterlagen zu den Produkten sowie Testmuster. Aufgrund der Gefährdungsbeurteilungen muss die Schutzkleidung bei der Pfalzwerke Netz AG folgende Zertifizierungen aufweisen: Schutz gegen die thermischen Gefahren eines Lichtbogens nach IEC 61482-2, Klasse APC 1, Hitze- und Flammschutz nach EN ISO 11612: 2015 Code A1, B1, C1, D1, E2, F1, Schweißerschutz nach EN ISO 1161: 2015 Klasse 1-A1 sowie Elektrostatische Eigenschaften gemäß EN 1149-5. Als weitere normative Anforderung nennt Deutschel „die Industriewäscheeignung nach EN ISO 15797“. Die Produktdatenblätter der in Frage kommenden PSA werden durch die Sicherheitsfachkräfte der Fachgruppe Arbeitssicherheit und Umweltschutz gesichtet. Auf dieser Grundlage wird ausgewählt, welche Produkte in den Trageversuch kommen. Um die Durchführung und Auswertung des Trageversuchs kümmert sich wiederum der Arbeitskreis Arbeitskleidung.

„In die Endauswahl kommen also nur Produkte, die sowohl die erforderlichen Schutzfunktionen erfüllen als auch unserem Qualitätsanspruch im Hinblick auf Materialbeständigkeit, Verarbeitung, Nachhaltigkeit, Design und Trageeigenschaften – soweit von außen beurteilbar – entsprechen“, erläutert Deutschel. Für die endgültige Produktentscheidung spiele die Trageakzeptanz unter Berücksichtigung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses eine maßgebliche Rolle.

Tragetest bestimmt die Auswahl
Um die Akzeptanz der neuen Multinorm-Kleidung bei Mitarbeitern zu ermitteln, wurden zehn Testpersonen aus verschiedenen Einsatzbereichen mit dem mehrwöchigen Trageversuch betraut. Sie wurden im Vorfeld mit den Produkten vertraut gemacht und vermessen, um Größe und Passform der Schutzkleidung optimal an die Körpermaße anzupassen. Die Beurteilung wichtiger Aspekte des Tragekomforts und der Strapazierfähigkeit erfolgte anhand eines Fragebogens. Als Nummer eins ging Kübler Protectiq aus dem Auswahlverfahren hervor.

„Die Testträger lobten neben dem modernen Design vor allem Passform und Leichtigkeit der Kleidung sowie den Bewegungsspielraum“, fasst Deutschel die Ergebnisse zusammen. Für viel Beweglichkeit und Wohlbefinden selbst in gebeugter Haltung und bei Überkopfarbeiten sorgen vor allem der extra breite Bund an Hose und Latzhose aus flammhemmendem elastischem Material, speziell gestaltete Bewegungsfalten im Jackenrücken und sowie die vorgeformten Knie. Zusätzliche Pluspunkte erhielt Kübler für sein auch in dieser Kollektion umgesetztes Veredlungs und Smart-Repair-Konzept. Um eine einfache und sichere Veredelung zu gewährleisten, sind Bereiche an Ärmeln, Brusttaschen sowie am Rücken definiert, die normkonform veredelt werden dürfen – und das auch nachträglich ohne erneute Baumusterprüfung, da sie die Schutzfunktion in keiner Weise beeinträchtigen.

Die Konstruktion der Bekleidung ermöglicht darüber hinaus, stark strapazierte Bekleidungsteile wie Taschen, Knieschutztaschen oder Reißverschlüsse einzeln auszutauschen, wiederum ohne Einfluss auf die Schutzfunktion. Unterstützend stellt Kübler den Kunden eine Reparaturmatrix sowie Originalmaterialien zur Verfügung. Inzwischen hat sich Kübler Protectiq bereits im „Echteinsatz“ bewährt. „Die für Verfahren 8 zertifizierte PSA halten den industriellen Wäschen einwandfrei stand“, berichtet Deutschel. Vor allem aber freut er sich „über die positiven Rückmeldungen der Mitarbeiter“.

Text: Paul H. Kübler Bekleidungswerke, Plüderhausen