• Fachbeitrag

Uvex setzt hohe Maßstäbe in Sachen Produktqualität und Standorttreue

Made in Germany als Erfolgsmodell: Während viele Industrien ins Ausland abwandern, setzt die Uvex Group auf Beständigkeit und höchste Ingenieurskunst. Das Unternehmen entwickelte sich in hundert Jahren vom kleinen Handwerksbetrieb zum globalen Player für Arbeitsschutz und Sport. Standorttreue und Hightech-Innovation gehen hier Hand in Hand. Ein Blick hinter die Kulissen von Entwicklung und Produktion zeigt, wie in Lüneburg durch Kundennähe und eine nachhaltige Entwicklung Handschuhe entstehen, die Sicherheit mit höchstem Tragekomfort vereinen.

Einblick in die Schutzhandschuhproduktion.

Exklusiver Einblick in die Entwicklung und Produktion von Schutzhandschuhen

In Zeiten großer Umbrüche in der deutschen Produktionslandschaft lohnt sich ein Blick auf bemerkenswert erfolgreiche Unternehmen, die am Standort Deutschland festhalten und trotz wachsenden Wettbewerbs aus Asien das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ pflegen.
Als Firmengründer Philipp M. Winter 1926 in aufwändiger Handarbeit die ersten Schutzbrillen herstellte, war es nicht vorherzusehen, dass aus diesem kleinen Handwerksbetrieb in Poppenreuth, einem Vorort von Fürth, die Uvex Group erwächst. Unter ihrem Leitmotiv „protecting people“ ist sie heute zu ihrem hundertjährigen Bestehen ein führender Anbieter von Schutzausrüstung und Sportprodukten mit etwa 3.000 Mitarbeitenden und 49 Tochtergesellschaften in vielen Ländern auf der ganzen Welt.

100 Jahre allerfeinster Ingenieurskunst
Die Unternehmensgeschichte von Uvex ist geprägt von Pionierleistungen, die Standards setzten, wie etwa den ersten Schutz- und Skibrillen der 1930er Jahre und der Antifog-Technologie der 1960er bis hin zu modernen Hightech-Produkten. Dazu zählt der aerodynamische Radhelm Uvex Surge Aero genauso wie der nachhaltige und schnittfeste Bamboo Twinflex-Handschuh oder die Schutzbrillen der vielseitigen Uvex Ultimate Line. Dabei wird der Markenname Uvex erst 1956 von Rainer Winter, dem Sohn des Firmengründers Philipp M. Winter, aus der Kurzform des Qualitätsmerkmals „ultra violet excluded“ (UV-Schutz) kreiert. Das wichtigste Standbein der Gruppe mit einem Umsatzanteil von über 80 Prozent ist heutzutage der Arbeitsschutz, gebündelt in der Uvex Safety Group. Ergänzt wird dies durch ein starkes Sportsegment, das von über 1.000 Spitzenathleten genutzt wird. Der global tätige Wachstumsinvestor Warburg Pincus hat die Uvex Group im Sommer 2025 mehrheitlich übernommen und sich zum Ziel gesetzt, das Wachstum durch Internationalisierung und den gezielten Ausbau des Premium Segments voranzutreiben. Neben dem Hauptfirmensitz in Fürth ist das Handschuhwerk in Lüneburg einer der wichtigsten Produktionsstandorte.

Handschuhe „Made in Lüneburg“
Trotz vielleicht einfacherer und eventuell günstigerer Möglichkeiten, Arbeitshandschuhe zu entwickeln und zu produzieren, ist in Lüneburg das Kompetenzzentrum Handschutz von Uvex Safety. Abseits der laufenden Produktion entstehen hier die Ideen, werden Prototypen gefertigt und umfassend getestet.
„Für uns sind verschiedene Faktoren entscheidend, die den Standort so wettbewerbsfähig machen.“, erläutert Carsten Baumgarten, Geschäftsführer der Uvex Safety Gloves GmbH & Co., „Wir stehen hier unter anderem für die absolute Kundennähe. Das heißt, die Kunden mit den verschiedensten Anwendungsfällen haben kurze Wege zu uns und umgekehrt. Außerdem können sie jederzeit unser Lager besuchen und darüber hinaus sind die Lieferketten kürzer bzw. sicherer, da wir auf Produkte möglichst aus der näheren Umgebung oder Europa setzen. Doch trotz der höheren Umweltstandards, die wir sogar aus eigenem Antrieb heraus noch unterbieten, sowie anderer Regularien, ist die Produktion in Lüneburg mehr als rentabel.“ Jakob Stasch, Director Factory Management, fügt ergänzend an, „Hier am Standort arbeitet eine gut ausgebildete Mannschaft, die ihre Aufgaben in höchster Qualität umsetzt. Und dadurch, dass wir die Anlagenkonzeption sowie den Anlagenbau in unserer eigenen Hand haben, sind wir in der Lage ebenfalls auf den Kunden maßgeschneiderte Einzellose zu produzieren und werden unserem Grundsatz „Quality made in Uvex“ mehr als gerecht.“

Entwicklung beginnt oft am Arbeitsplatz
Schutzhandschuhe sollen natürlich Sicherheit und Schutz geben, aber sie müssen sich auch gut anfühlen. Ein Blick hinter die Kulissen der Handschutzentwicklung zeigt, wie viel Forschung, Kundennähe und Praxiswissen in einem Produkt stecken, das im Arbeitsalltag oft selbstverständlich wirkt. Aber wie muss man sich den Weg von der Idee über das Ausgangsmaterial bis zum fertigen Handschuh vorstellen? Gute Produktentwicklung entsteht nicht zwingend im abgeschlossenen Entwicklungsbüro, sondern durchaus auch dort, wo die Handschuhe tatsächlich getragen werden. Entscheidend ist das Feedback der Endanwender. Menschen, die jeden Tag greifen, schrauben, montieren, reinigen oder mit sensiblen Materialien umgehen. Erst ihre Bewegungen, Belastungen und Gewohnheiten zeigen, wo ein Handschuh verstärkt, flexibler, dünner oder griffiger sein muss.
Das klingt im ersten Moment einfach, ist in der Umsetzung aber durchaus anspruchsvoll. Denn das Schutzlevel ist zwar gesetzt, doch das Tragegefühl soll möglichst nah an das Arbeiten ohne Handschuh herankommen. Das Feingefühl, die Beweglichkeit und ein sicherer Griff sind keine Nebensache, sondern Voraussetzung dafür, dass diese Persönliche Schutzausrüstung akzeptiert wird.

Komfort ist ein Sicherheitsfaktor
Doch der beste Handschuh nützt wenig, wenn er eben als störend empfunden wird. Deshalb spielt Komfort in der Entwicklung eine zentrale Rolle. Flexible Beschichtungen, ergonomische Formen und geeignete Innenmaterialien sollen verhindern, dass sich der Handschuh wie ein „Brett an der Hand“ anfühlt. Gerade bei längeren Tragezeiten entscheidet das im Wesentlichen über Akzeptanz.
Besonders deutlich zeigt sich das im Chemikalienschutz. Die dichten Handschuhe schützen – ganz wie sie es sollen – vor äußeren Einwirkungen, können aber gleichzeitig Feuchtigkeit im Inneren stauen. Die Baumwolle, die bei diesen Handschuhen als textiles Innenmaterial verwendet wird, nimmt hingegen Schweiß auf und trägt dazu bei, dass die Haut trockener bleibt. So wird der Schutz nicht nur technisch, sondern auch hautverträglich gedacht.
Auch die Form macht einen großen Unterschied. Viele Chemikalienschutzhandschuhe liegen zum Beispiel flach auf dem Tisch, weil sie auf Formen gefertigt werden, die eher an Haushaltshandschuhe erinnern. Uvex geht hierbei bewusst einen anderen Weg, indem man bei der Formgebung der natürlichen Position der Hand folgt, sodass die sich daraus ergebende vorgeformte, entspannte Handhaltung einerseits die Ermüdung reduziert und andererseits den Anwender den Handschuh im Alltag fast wie eine zweite Haut wahrnehmen lässt.

Leicht, robust und langlebig
Beschichtungen aufbringen ist eigentlich kein „Hexenwerk“ sagt man in Lüneburg, aber die modernen Beschichtungstechnologien, die hier zur Anwendung kommen, sind eigene Entwicklungen und verbinden zwei Anforderungen, die lange als Gegensätze galten, nämlich eine hohe Widerstandsfähigkeit und eine große Beweglichkeit. Die flexible sowie langlebige Beschichtung verlängert darüber hinaus die Nutzungsdauer eines Handschuhs. Ein weiterer interessanter Entwicklungsschritt ist die Kombination aus sehr hohem Schnittschutz, geringem Gewicht und angenehmem Hautkontakt. Dafür steht zum Beispiel der im letzten Jahr eingeführte Uvex Bamboo TwinFlex® D XG, der durch das aus Bambus hergestellte Innenmaterial ein fast seidiges Tragegefühl erzeugt und trotzdem Belastungen wie einen Messerwechsel aushält.

Nachhaltigkeit ist messbar
Für Uvex ist Nachhaltigkeit ein Schlüsselthema. Diese endet nicht beim Materialwechsel, sondern reicht von der Produktion über Ressourcenverbrauch, Strom, Wasser und Abwasser bis in die Produktbewertung. Recycelte oder biobasierte Materialien, schadstoffarme Rezepturen und langlebige Konzepte sind wichtige Bausteine, was sich unter anderem an den Beschichtungen zeigt, die alle wasserbasiert sind.

Transparente CO₂-Bilanz als Selbstverständlichkeit
Besonders relevant ist für die Kundschaft mittlerweile die konkrete CO₂-Bilanz des Produktes. Statt nur eine prozentuale Reduzierung zu nennen, lässt sich bei Uvex der CO₂-Fußabdruck eines Schutzhandschuhs über den gesamten Lebenszyklus hinweg berechnen. Dieser erstreckt sich von den verwendeten Materialien über Transport und Produktion bis hin zur Nutzung und Entsorgung. Eigens dafür erstellte Uvex eine CO₂-Liste mit entsprechenden Werten.
Nachhaltigkeit ist generell ein zentraler Zukunftsbaustein im Unternehmen, denn bis 2045 will die Uvex Group entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral arbeiten.

Text: Mark Schmiechen / Bilder: uvex safety group