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Jeder vierte Beschäftigte erlebt problematischen Suchtmittelkonsum im Betrieb

Problematischer Suchtmittelkonsum bleibt ein relevantes Thema im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), für die mehr als 2.000 Erwerbstätige befragt wurden. Demnach kennt jeder vierte Beschäftigte Fälle aus den vergangenen zwei Jahren, in denen Kollegen durch den Konsum von Alkohol, Cannabis oder anderen Suchtmitteln am Arbeitsplatz aufgefallen sind.

Foto: DGUV

Aktuelle DGUV-Umfrage

Mit 21 Prozent ist Alkohol das mit Abstand am häufigsten genannte Suchtmittel. Cannabis und Nikotin folgen mit jeweils fünf Prozent. Besonders häufig berichten Beschäftigte aus den Bereichen Verkehr und Logistik, Sozialwesen, öffentliche Verwaltung sowie dem verarbeitenden Gewerbe von problematischem Konsum. Die Ergebnisse verdeutlichen zugleich Defizite in der betrieblichen Prävention.

Fast jeder zweite Beschäftigte kennt die Regelungen des eigenen Unternehmens zum Umgang mit Suchtmitteln nicht. Zwar verfügen inzwischen 48 Prozent der Betriebe über Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, doch nur 28 Prozent der Befragten erleben eine offene Gesprächskultur. Knapp die Hälfte beschreibt den Umgang mit dem Thema als zurückhaltend.

Nach Einschätzung der DGUV ist Suchtprävention ein wesentlicher Bestandteil eines wirksamen Arbeitsschutzes. Neben klaren betrieblichen Regelungen seien eine gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung und eine offene Kommunikationskultur entscheidend, um Risiken frühzeitig zu erkennen und Betroffene zu unterstützen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bieten Unternehmen hierfür Beratungen, Qualifizierungen sowie digitale Lernangebote zur betrieblichen Suchtprävention an.