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Unternehmen suchen händeringend BGM-Fachkräfte

Der Arbeitsmarkt für Gesundheitsmanager zieht spürbar an. Allein Ende April listete das Karriereportal karriere.at mehr als 360 offene Stellen in Österreich. Gesucht werden Fachkräfte für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) über alle Hierarchiestufen hinweg. In Linz etwa wird eine Bereichsleitung für Arbeitsmedizin und BGM mit über 4.300 Euro brutto im Monat angeboten, im Außendienst in der Steiermark starten Gehälter bei rund 65.000 Euro jährlich.

 

Boom im Gesundheitsmanagement in Österreich

Treiber dieser Entwicklung sind steigende Krankenstände, mehr psychische Erkrankungen und neue gesetzliche Vorgaben. Unternehmen investieren gezielt in Mitarbeiterbindung, Work-Life-Balance und Gesundheitsangebote. Laut einer Studie von Roland Berger setzen 89 Prozent der Firmen auf stärkere Bindung, 77 Prozent auf das Wohlbefinden der Beschäftigten. Im Schnitt bieten Arbeitgeber inzwischen mehrere Gesundheitsleistungen an, viele Beschäftigte wünschen sich zudem eine betriebliche Krankenversicherung.
Besonders gefragt sind Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen, die mehr als die Hälfte der Beschäftigten stellen. Initiativen von BGW und DGAUM zielen daher auf niedrigschwellige Angebote wie Telemedizin und digitale Gefährdungsbeurteilungen. Gleichzeitig steigen die wirtschaftlichen Risiken. Psychische Erkrankungen machen bereits einen erheblichen Anteil der Fehlzeiten aus, Muskel-Skelett-Leiden verursachen hohe Kosten.
Prognosen der Zurich Insurance Group gehen für Deutschland von Produktionsausfällen in Milliardenhöhe aus. Neue gesetzliche Regelungen wie die geplante Teilzeit-Krankschreibung erhöhen zudem den Koordinationsaufwand. BGM-Manager übernehmen hier eine Schlüsselrolle als Schnittstelle zwischen Unternehmen, Beschäftigten und Medizinern. Parallel wächst der internationale Druck.
Organisationen wie die International Labour Organization und die World Health Organization fordern verstärkte Maßnahmen gegen psychosoziale Risiken. Investitionen in Ergonomie und gesunde Arbeitsumgebungen gelten dabei zunehmend als wirtschaftlicher Faktor. Unternehmen, die früh handeln, sichern sich Wettbewerbsvorteile.